Da ist nun der Mai!
Da grünen die Felder,
die Gärten, die Wälder,
da rauschen die Quellen.
Da singen und springen
die Vögel herbei.
Da laufen die Kinder,
die Mädchen und Buben,
aus Kammern und Stuben
hinaus, hinaus
aus dem engen Haus!
Ein einzig Tierlein dort,
wie sehr es sich auch strecke,
kann nicht vom Hause fort.
Es ist die arme Schnecke.
Ob sie sich deshalb schämt?
Wohl gar darum sich grämt?
O nein! Sie denkt mit Lachen:
Es wird sich doch noch machen!
Sie denkt sich`s so und so,
und endlich ruft sie froh:
Ja, ja, so wird`s sich schicken;
ich nehm mein Haus auf den Rücken!
Und richtig, es geht.
Und die Schnecke, seht,
kann nun mit allen andern
vergnügt in den Frühling wandern.
Robert Reinick, 1805-1852
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